Kieler Nachrichten, 22. März 2013

Ebb un Flood… un dat ward ewig so blieben

Olaf Döring hett een Tietraffer dreiht – 24 Stünnen Ebb un Flood in 35 Minuten

Von Heike Thode-Schee
„Jo, dat mit den Film, dat hett sik jo trechloopen. Dor kann man sik mit sehn laaten – un wer dat nich sehn will, de kann
jo de Ogen dichtmaaken“, sagt Rudi Wiese un lacht sik een. He un sien Fründ Fritz Reuter (beid 75) sünd de beiden Haupt-
darsteller in den Film vun Olaf Döring. Ümmer wedder fangt de Kamera de beiden in, wenn se dor op de Bank op´n Diek
huukt un sik wat vertellen doot – op Platt natürli… (Plattdeutsche Kostprobe)

Deutsche Übersetzung
„Ja, dass mit dem Film, dass ist ja gut gelungen. Da kann man sich mit sehen lassen – und wer das nicht sehen will, der
kann ja die Augen zumachen“, sagt Rudi Wiese und lacht sich einen. Er und sein Freund Fritz Reuter (beide 75) sind die
beiden Hauptdarsteller in dem Film von Olaf Döring. Immer wieder fängt die Kamera die beiden ein, wenn sie da auf der
Bank auf dem Deich sitzen und sich etwas erzählen – auf Platt natürlich.
Rudi und sein Kumpel Fritz kennen sich von klein auf. Sie haben zusammen gespielt, sind zusammen zur Schule gegangen,
haben beide am gleichen Tag beim Küstenschutz angefangen und wohnen beide hinter dem Deich in der Nähe von Büsum.
Nur zwei Häuser voneinander entfernt: „Jeder geht seinen  Weg, jeder hat seine Frau.“ So einfach ist das bei Rudi Wiese.
Die Freunde treffen sich meist jeden Tag, aber: „Das geschieht durch Zufall. Wenn ich Langeweile habe, dann treffen wir
uns mal auf der Bank.“ So ist er auch Olaf Döring über den Weg gelaufen: Voriges Jahr hat mein Kumpel ihn kennengelernt.
Und er hat zu mir gesagt: “Du, da ist einer, der will von der Küste mal einen Film machen. Wir sollen da mitmachen…“ Und
da haben wir zugesagt – auch aus Neugier.“ Wer nun an Drehbücher und Proben denkt, der ist auf dem Holzweg. „Das Hin-
setzen und das Weglaufen, dass haben wir drei Mal gemacht. Wir liefen zu schnell.“ Aber ansonsten gab es keine Regiean-
weisungen: „Setzt euch einfach hin und redet so, wie ihr immer redet, hat er gesagt“, erzählt der Pensionär. „Wir haben bloß
gedacht: Was der sich da wohl zurechtdreht…“ Aber nun sind sie hell begeistert von dem Film und Rudi Wiese muss ihn im-
mer und immer wieder zeigen, wenn mal Besuch kommt. Und wenn nicht, dann geht Rudi wieder in sein Bastelzimmer –
oder auf seine Bank auf dem Deich. Vielleicht trifft er da auch Fritz. Und dann gucken sie wieder die See an.
Wer nun meint, dass ist an einem Tag vom Tisch, der ist auf dem Holzweg. Der weiß nichts von schlechtem Wetter und Stür-
men. Vier Jahre lang war Olaf Döring immer wieder an der Nordsee und hat auf den Auslöser gedrückt. Mal hat er mit seiner
Kamera auf dem Büsumer Hochhaus gestanden, mal auf dem Deich. Da sind ihm dann auch die beiden Dithmarscher Origi-
nale Fritz Reuter und Rudi Wiese über den Weg gelaufen. „Ich habe gerade verschiedene Punkte gefilmt und bin über Fritz ge-
stolpert. Der wollte wissen, was ich denn da mache und habe ihn dann gleich gefragt, ob er nicht Lust hätte, mitzumachen.”
Die Plattsprecher da auf der Bank, die bringen nämlich die nötige Ruhe in den Zeitrafferfilm rein. „Und weil Fritz und Rudolf
Platt zusammen sprechen, ist das auch noch eine Verstärkung der Nordsee-Atmosphäre. Das Wattenmeer – das ist für mich
einfach plattdeutsch“ schwelgt der Fotograf, der zwar viel auf Platt versteht, aber Sprechen kann er die Sprache leider nicht.
Noch nicht – denn: „Es zieht mich ungeheuer nach Norddeutschland. Es ist wie ein Magnet.“
Die See ist auch Schuld, dass er immer wieder zurückkommt. „Wenn es mir einmal schlecht geht, dann fahr ich ans Meer,
gucke, sehe nichts und dann geht’s mir gleich besser.“ Das Nichts, was er da sieht, dass hat ihn schon immer sehr interes-
siert. Vom Watt hat er schon viele Bilder gemacht, aber niemals war das zu sehen, was er wirklich wollte. „Ich bin an die
Grenzen der Fotografie gekommen. Als ich einen Film mit Zeitraffern sah, da wusste ich: Das ist es, das hat gefehlt. Das
muss ich ausprobieren.“ Das war vor vier Jahren.
Ebb un Flood – das große Projekt hat seinem Leben eine neue Richtung gegeben. Er musste einen Berg neuer Sachen lern-
en, erzählt der Filmemacher: „Ich bin mit kleinen Filmen angefangen. Ich musste lernen, wie der Filmschnitt funktioniert
und die Technik mit dem Zeitraffer. Wenn ein Problem gelöst war, kam gleich ein Neues“, erzählt der Düsseldorfer. Dann
sind ihm Auftraggeber abgesprungen, als er so oft unterwegs war. Danach sind ihm die Finanzen ausgegangen und der
Film war immer noch nicht fertig. Zwischendurch ist er immer wieder an die See gefahren und hat sich das Wasser ange-
sehen – Hochwasser, Niedrigwasser, Hochwasser, Niedrigwasser: „Ich habe mich gefühlt wie auf den Spuren von Caspar
David Friedrich. Wo ist der Himmel, wo das Wasser. Wo fängt es an, wo hört es auf?“ Olaf Döring hat das Kraft gegeben.
Er hat weitergemacht – hat Geld bekommen von der Filmförderung. Ist wieder an die Nordsee gefahren mit seiner Kamera.
Hat mit Fritz Reuter und Rudi Wiese gesprochen und hat gemerkt: „Hier sind die Menschen so wie sie sind. Echte Dithmar-
scher!“ Olaf Döring ist Feuer und Flamme, wenn er von den Leuten erzählt, der Natur, den Wellen, von der Strömung und
den Wolken. Man könnte sagen: Er hat sich verliebt – in die Nordsee: „Was für eine Gewalt, was für ein Naturschauspiel
ist das! So lange sich die Gestirne drehen, wird es Ebbe und Flut geben. Und wie schwierig ist es, das im Film zu zeigen!“
sagt er nachdenklich. „Ich brauche einen langen Atem – alles was ich besitze steckt in diesem Film!“ gibt der Fotofraf zu.
Ein Berg an Geduld war auch danach nötig – beim Sichten von 155 007 Bildern: „Ich habe mir alle angucken müssen. Im-
mer wieder, ganz genau. Aber es sind heute noch Sequenzen dabei, die ich mir gern ansehe“ schwärmt der Filmemacher.
Einfach war das nicht – Ebbe und Flut, Wind und Wetter, das passende Licht und die Leute im Watt – zusammen zu
bringen.
Das schönste Kompliment, dass hat er von den beiden Plattsprechern Fritz Reuter und Rudolf Wiese bekommen, erzählt
Olaf Döring mit einem Grienen im Gesicht: Auf der Premiere haben sie zu mir gesagt: „Donnerwetter, keiner von uns hat
dir das zugetraut. Der Film ist richtig gut.“ Aber nicht nur der Film ist bestens angekommen – auch die beiden Plattspre-
cher da auch der Bank: „Ich wurde im Kino sogar gefragt: Wo habt ihr die denn gecastet? Die sind genial!“ schmunzelt
Olaf Döring. Fritz Reuter und Rudolf Wiese sind eben so echt und wahr wie Ebbe und Flut. Und das, was sie auf Platt sa-
gen, ist auch das Einzige, was in dem Film gesprochen wird. Damit jeder seine Gedanken treiben lassen kann. Mit dem
Wind und den Wellen. Mit Ebb un Flood.  „Hochwasser, Niedrigwasser, Hochwasser, Niedrigwasser – das ist die Natur…
und das wird ewig so bleiben.

Punkte

 

Nordwest-Zeitung, 21. März 2013

Vorhang auf für “Ebb un Flood” in Jever

Filmemacher Olaf Döring macht bei Vorführtour auch halt in Friesland

Jever/TIG – Wie fotografiert man ein Gefühl oder ein Stück Musik? Wer das schon mal probiert hat, der weiß, wie schnell
man da auch als versierter Fotograf an seine Grenzen stößt. Für den Düsseldorfer Fotografen Olaf Döring war das der
Grund, sich eine andere Darstellungsform zu suchen. „Weitere Dimensionen hinzufügen“, nennt es der 45-jährige. Bewegte
Bilder, Ton – und das Spiel mit der beschleunigten Zeit als bestimmendes Stilmittel.
Herausgekommen ist der Film „Ebb un Flood“, der sich im Zeitraffer-Verfahren mit dem Wattenmeer befasst. Der im Januar
fertiggestellte Film wurde am Mittwochabend erstmals in Jever präsentiert. Seine Tour führt Döring in den kommenden Wo-
chen auch nach Nordenham und Oldenburg. Vor dem Filmstart in Jever gab der Filmemacher der NWZ Einblicke in das Kon-
zept seines Werkes. 
Ein Film, so sagt Döring, könne eben mehr ausdrücken, als tausend Bilder. Im Falle von „Ebb un Flood“ ist das umso treffen-
der, schließlich kommt zu den bewegten Bildern ein weiteres, für den Film prägendes Ausdrucksmittel hinzu: der Zeitraffer.
Ebbe und Flut, Wassermassen, die von der Leinwand auf den Zuschauer herabbrechen, Menschen, die in der Ferne wie Amei-
sen durchs Watt drängen – die Geschwindigkeit der Bilder ist bisweilen verstörend. Die Kamera scheint zu rasen, dabei ist es
die Natur, die immerzu in Bewegung ist.
Unterbrochen werden die Szenen immer wieder durch die Gespräche zweier friesischer Originale. Auf einer Bank sitzend erläu-
tern sie die Geschehnisse. Auch diese Art der Entschleunigung sei ein Stilmittel, sagt Döring. „Die Aufnahmen im Zeitraffer
ansonsten für das Auge auf Dauer zu anstrengend“, sagt der gebürtige Dresdener. Auch andere Szenen, die Fahrt eines Fisch-
kutters etwa, finden in Echtzeit statt. Der Film lebt und handelt von Wandel und Wechsel der Gezeiten – aber auch der Szenerie
von Natur und Alltag der Menschen am Wattenmeer.
Gedreht wurde in Büsum, Nordfriesland sowie im niederländischen Teil Frieslands. Vier Jahre hat die Herstellung des Films
gedauert, sagt Döring. Die Nordsee hat es ihm angetan. „Irgendwann“, ist sich der Mann mit Wohnsitz Düsseldorf sicher,
„werde ich mal an die Küste ziehen“.

Punkte

Jeversches Wochenblatt, 20. März 2013

Ebbe und Flut in atemberaubenden Bildern

Heute Abend läuft der Streifen von Olaf Döring im Film-Center

…Er zeigt wie bedrohlich die Natur sein kann, wie beinahe bedeutungslos der Mensch dagegen ist
(obwohl er die wohl größte Bedrohung für sie darstellt), aber auch wie alles miteinander harmoniert,
ebenso die atemberaubende Schönheit des Wattenmeeres mit surreal anmutenden Lichspielen… (Auszug)

Punkte

Jeverland-Bote, 16. März 2013

Wattenmeer 24 Stunden im Wandel

Filmemacher Olaf Döring zeigt “Ebb un Flood”

…Der 45-jährige Fotograf aus Düsseldorf hat vier Jahre lang das Wattenmeer intensiv beobachtet.
Entstanden ist daraus der Film “Ebb un Flood”… (Auszug)

Punkte

 

Heider Anzeiger, 6. März 2013

“Ebb un Flood”

Ein Film über die Gezeiten im Zeitraffer

„Ebb un Flood“ zeigt die Nordsee im Ablauf von 24 Stunden – komprimiert auf 41 Minuten.
Über vier Jahre hat Filmemacher Olaf Döring an seinem Film gearbeitet.

BÜSUM (gub) Ein neuer Blick auf die Gezeiten, den immer wiederkehrenden Rhythmus des Wattenmeers. Um ihn fest-
zuhalten, brauchte Olaf Döring viel Geduld. Mehr als vier Jahre lang hat der Fotograf aus Düsseldorf an seinem Zeitraf-
ferfilm gearbeitet.
„Ich wollte einfach die Macht der Natur zeigen, deren Schönheit, aber auch Stärke“, so der gebürtige
Dresdner, der seit knapp 15 Jahren im Rheinland lebt und seine Kindheit und Jugend mit den Eltern an der Nordsee ver-
bracht hat. Hauptaufnahmeort war das Dach des Büsumer Hochhauses. Hier hat der 45-Jährige in den Sommermonaten
immer wieder seine Spiegelreflexkamera aufgestellt – bis zu 24 Stunden am Sück. Alle paar Sekunden hat sie automatisch
ausgelöst. Insgesamt 155 007 Mal.
„Die Faszination daran ist, das man Sachen, die man mit dem bloßen Auge nicht sieht, durch die hohe Geschwindigkeit
sichtbar machen kann. Dadurch begreift man die Natur völlig anders. Normalerweise sieht man ja nicht, in welche Rich-
tung die Strömung geht.“ Im Film sieht man es. Im Zeitraffer zeigt der 41-minütige Film  Aufnahmen aus dem Nationalpark
Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer und dem niederländischen Friesland – unterbrochen von Szenen in Echtzeit. Er zeigt
dabei Bilder, die selbst Nordseekenner überraschen.
Bewusst hat Döring auf einen Sprecher verzichtet. „Der Zuschauer soll die Bilder pur auf sich wirken lassen können. Es ist
keine Dokumentation, sondern ein Kunstfilm.“ Trotzdem ist während der Aufnahmen ein zusätzlicher Erzählstrang entstan-
den, der das Leben der Küstenbewohner zeigt: Die Büsumer Rentner Fritz Reuter und Rudolf Wiese sitzen auf einer Bank
und kommentieren trocken auf plattdeutsch, was da vor ihren Augen geschieht.
Das Ergebnis seiner Arbeit sah Olaf Döring erst bei der Nachbearbeitung am Computer. Fast zwei Jahre lang hat er allein
daran gesessen. Jedes der 155 007 Fotos musste er einzeln bearbeiten, um zum Beispiel Wackler zu entfernen. „Das ist die
stupideste Arbeit, die man sich vorstellen kann. Man muss ein Motiv, wenn man Pech hat, 2000 Mal machen. Man sieht
kaum noch Unterschiede, weil die Augen anfangen zu flimmern.“ Trotzdem will Olaf Döring weiter mit dem Zeitraffer-Effekt
arbeiten. Nächstes Mal vielleicht in einem Film über seine Geburtsstadt Dresden. „Ebb un Flood“ läuft noch am Donnerstag,
7., 14. und 21. März, jeweils um 18 Uhr im Kino Meldorf und ist als DVD und BluRay erhältlich unter www.ebbunflood.de.

Punkte 

 

Dithmarscher Landeszeitung, 22. Februar 2013

Ebb un Flood: Am Sonntag Dithmarscher Kino-Premiere

Filmemacher Olaf Döring und Wattführer Dierk Reimers sind dabei

MELDORF (gro) Olaf Döring bezeichnet seinen Film „Ebb un Flood“ als sein Lebensprojekt. Mehr als vier Jahre hat er
daran gearbeitet. Im Dezember hatte der Streifen Uraufführung. Und am Sonntag ist der Kino-Start in Dithmarschen im
Kino Meldorf.
Der Film ist ein experimenteller, hat aber auch dokumentarischen Charakter. Ebb un Flood zeigt durch
Zeitrafferaufnahmen die Funktionsweise des Wattenmeeres, unterbrochen von Szenen in Echtzeit. In dem zeitlichen
Ablauf eines Tages – von 0 bis 24 Uhr – wird der immer wiederkehrende Rhythmus der Nordseeküste deutlich gemacht.
Die hohe Geschwindigkeit führt die Veränderungen der Gezeiten, der Meeresströmungen und die Wandlung des Wetters
an der Küste vor Augen. Auf Erklärungen und Beschreibungen wird größtenteils verzichtet. Längere Zeitrafferpassagen
werden durch Echtzeitsequenzen, eine Fangfahrt mit dem Krabbenkutter, aufgelöst. Es gibt ungewöhnliche Perspektiven.
Aufgenommen wurden viele Bilder vom Dach des Büsumer Hochhauses aus.
Olaf Döring, 1967 in Dresden geboren, kam 1989, wenige Tage vor der Wende, über die Tschechoslowakei in den Westen,
wo er sich neu orientierte, als Schlosser, Gleisbauer, Kellner oder Barkeeper arbeitete. Die Liebe zur Fotografie verdankt
er seinem Vater, der als Theaterfotograf arbeitete. Seit 1993 ist er freier Fotograf, lebt seit 2000 in Düsseldorf und verlegte
sich mehr und mehr auf künstlerische Fotografie, beschäftigt sich seit 2005 mit dem Projekt „Wattenmeer im Wandel der
Zeit“ und 2008 begann er, sich intensiv mit Film und Zeitraffer zu befassen.
Bei der Vorstellung im Kino Meldorf, die um 11 Uhr beginnt, wird Regisseur Olaf Döring anwesend sein. Ebenso National-
park-Wattführer Dierk Reimers als einer der Mitwirkenden in dem ungewöhnlichen Streifen. Beide freuen sich darauf im
Anschluss an die Vorführung von circa 45 Minuten Fragen aus dem Publikum zu beantworten.

Punkte

 

Schleswig-Holstein am Sonntag, 3. März 2013

Die Macht der Natur

NATURFILM „Ebb un Flood“ zeigt die Nordsee im Ablauf von 24 Stunden – komprimiert auf
41 Minuten. Über vier Jahre hat Filmemacher Olaf Döring an seinem Film gearbeitet.

VON ANDREAS GUBALLA

BÜSUM Ein neuer Blick auf die Gezeiten, den immer wiederkehrenden Rhythmus des Wattenmeers. Um ihn fest-
zuhalten, brauchte Olaf Döring viel Geduld. Mehr als vier Jahre lang hat der Fotograf aus Düsseldorf an seinem
Zeitrafferfilm gearbeitet. „Ich wollte einfach die Macht der Natur zeigen, deren Schönheit, aber auch Stärke“, so der
gebürtige Dresdner, der seit knapp 15 Jahren im Rheinland lebt und seine Kindheit und Jugend mit den Eltern an der
Nordsee verbracht hat. „Wenn ich auf dem Deich stehe und auf das Meer blicke, dann packt es mich einfach. Man
muss sich diese gigantischen Einflüsse einmal bewusst machen, die da herrschen.“
Hauptaufnahmeort war das Dach des Büsumer Hochhauses. Hier hat der 45-Jährige in den Sommermonaten immer
wieder seine Spiegelreflexkamera aufgestellt – bis zu 24 Stunden am Sück. Alle paar Sekunden hat sie automatisch
ausgelöst. Insgesamt 155 007 Mal.
„Die Faszination daran ist, das man Sachen, die man mit dem bloßen Auge nicht sieht, durch die hohe Geschwindig-
keit sichtbar machen kann. Dadurch begreift man die Natur völlig anders. Normalerweise sieht man ja nicht, in wel-
che Richtung die Strömung geht.“ Im Film sieht man es. Im Zeitraffer zeigt der 41-minütige Film Aufnahmen aus dem
Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer und dem niederländischen Friesland – unterbrochen von Szenen
in Echtzeit. Er zeigt dabei Bilder, die selbst Nordseekenner überraschen.
„Ebb un Flood“ bezeichnet Olaf Döring als sein Lebensprojekt. Rund 50.000 Euro stecken in dem Film sowie viel Zeit,
Wissen und Können. Bewusst hat Döring auf einen Sprecher verzichtet. „Der Zuschauer soll die Bilder pur auf sich wir-
ken lassen können. Es ist keine Dokumentation, sondern ein Kunstfilm.“ Trotzdem ist während der Aufnahmen ein zu-
sätzlicher Erzählstrang entstanden, der das Leben der Küstenbewohner zeigt: Die Büsumer Rentner Fritz Reuter und
Rudolf Wiese sitzen auf einer Bank und kommentieren trocken auf plattdeutsch, was da vor ihren Augen geschieht.
Das Ergebnis seiner Arbeit sah Olaf Döring erst bei der Nachbearbeitung am Computer. Fast zwei Jahre lang hat er
allein daran gesessen. Jedes der 155 007 Fotos musste er einzeln bearbeiten, um zum Beispiel Wackler zu entfernen.
„Das ist die stupideste Arbeit, die man sich vorstellen kann. Man muss ein Motiv, wenn man Pech hat, 2000 Mal ma-
chen. Man sieht kaum noch Unterschiede, weil die Augen anfangen zu flimmern.“ Trotzdem will Olaf Döring weiter
mit dem Zeitraffer-Effekt arbeiten. Nächstes Mal vielleicht in einem Film über seine Geburtsstadt Dresden.

 Punkte

 

Dithmarscher Landeszeitung, 22. Februar 2013

Ebb un Flood: Am Sonntag Dithmarscher Kino-Premiere

Filmemacher Olaf Döring und Wattführer Dierk Reimers sind dabei

MELDORF (gro) Olaf Döring bezeichnet seinen Film „Ebb un Flood“ als sein Lebensprojekt. Mehr als vier Jahre hat er
daran gearbeitet. Im Dezember hatte der Streifen Uraufführung. Und am Sonntag ist der Kino-Start in Dithmarschen im
Kino Meldorf.
Der Film ist ein experimenteller, hat aber auch dokumentarischen Charakter. Ebb un Flood zeigt durch
Zeitrafferaufnahmen die Funktionsweise des Wattenmeeres, unterbrochen von Szenen in Echtzeit. In dem zeitlichen
Ablauf eines Tages – von 0 bis 24 Uhr – wird der immer wiederkehrende Rhythmus der Nordseeküste deutlich gemacht.
Die hohe Geschwindigkeit führt die Veränderungen der Gezeiten, der Meeresströmungen und die Wandlung des Wetters
an der Küste vor Augen. Auf Erklärungen und Beschreibungen wird größtenteils verzichtet. Längere Zeitrafferpassagen
werden durch Echtzeitsequenzen, eine Fangfahrt mit dem Krabbenkutter, aufgelöst. Es gibt ungewöhnliche Perspektiven.
Aufgenommen wurden viele Bilder vom Dach des Büsumer Hochhauses aus.
Olaf Döring, 1967 in Dresden geboren, kam 1989, wenige Tage vor der Wende, über die Tschechoslowakei in den Westen,
wo er sich neu orientierte, als Schlosser, Gleisbauer, Kellner oder Barkeeper arbeitete. Die Liebe zur Fotografie verdankt
er seinem Vater, der als Theaterfotograf arbeitete. Seit 1993 ist er freier Fotograf, lebt seit 2000 in Düsseldorf und verlegte
sich mehr und mehr auf künstlerische Fotografie, beschäftigt sich seit 2005 mit dem Projekt „Wattenmeer im Wandel der
Zeit“ und 2008 begann er, sich intensiv mit Film und Zeitraffer zu befassen.
Bei der Vorstellung im Kino Meldorf, die um 11 Uhr beginnt, wird Regisseur Olaf Döring anwesend sein. Ebenso National-
park-Wattführer Dierk Reimers als einer der Mitwirkenden in dem ungewöhnlichen Streifen. Beide freuen sich darauf im
Anschluss an die Vorführung von circa 45 Minuten Fragen aus dem Publikum zu beantworten.

 Punkte

 

 Westdeutsche Zeitung, 13. Februar 2013

Total verknallt in die Nordsee

Von Christopher Chirvi

Vier Jahre lang arbeitete der Fotograf Olaf Döring an seinem Film. Düsseldorf. Fast sein ganzes Leben hat der Autor
dieses Artikels direkt an der Nordsee verbracht. Hat im Sommer im Meer gebadet, als Kind bei Ebbe im Schlick gespielt,
ist im Winter mit dem Schlitten die Deiche heruntergefahren. Jetzt lernte er den Filmemacher Olaf Döring kennen.
Auch er hat viel Sympathie für die Nordsee und ihr jetzt sogar einen Film gewidmet. Vier Jahre lang arbeitete er an
„Ebb un Flood“, am Sonntag feiert der Beitrag im Metropol Kino NRW-Premiere.
Döring, ein gebürtiger Dresdner, der seit knapp 15 Jahren im Rheinland lebt, macht einen Nordseefilm. Funktioniert
das? Es funktioniert. Auch weil Döring selbst so fasziniert ist: „Wenn ich auf dem Deich stehe und auf das Meer blicke,
dann packt es mich einfach. Man muss sich diese gigantischen Einflüsse einmal bewusst machen, die da herrschen.“
In Zeitrafferaufnahmen – für welche Döring 155 007 Fotos gemacht hat – zeigt der 41- minütige Film Aufnahmen aus
dem Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer und dem niederländischen Friesland. Er zeigt dabei Bilder,
die selbst Nordseekenner noch überraschen. Ursprünglich wollte Döring sogar die Nordsee innerhalb von 24 Stunden
aus verschiedenen Blickwinkeln zeigen.
„Mit Fotos allein war das nie möglich“, erzählt der Fotograf, wie er zu seinem ersten Film gekommen ist. „Und jetzt ist
die Freude für mich doppelt so groß, meinen Film in mein Lieblingskino Metropol zu bringen“, sagt er. „Ich weiß ja, wie
gern die Nordrhein-Westfalen im Sommer an das Meer fahren. Und so kommt die Nordsee einfach mal im Winter nach
Düsseldorf.“ Für ihn persönlich steht jedoch fest: Stippvisiten an sein Traumziel sind nicht genug. „Irgendwann ziehe
ich ganz in den Norden.“
Während der Arbeiten an den Zeitrafferaufnahmen ist ein zusätzlicher Erzählstrang entstanden, der das Leben der
Küstenbewohner zeigt: Da sind die beiden Senioren, die auf einer Bank auf dem Deich sitzen und trocken kommentieren,
was da vor ihren Augen geschieht und was nicht. Und da ist die Fahrt mit dem Krabbenkutter, natürlich bei ordentlich
Wellengang.
Bewusst hat Döring auf einen Sprecher verzichtet. ” Der Zuschauer soll die Bilder pur auf sich wirken lassen können.
Es ist keine Dokumentation, sondern ein Kunstfilm.”

Punkte

 

 Rheinische Post, 11. Februar 2013

Olaf Döring hat einen Film über die Nordsee gedreht

Von Renée Wieder
Es ist, als säße man neben einem aufgeregten Teenager. Olaf Döring, Jahrgang 1967, 1,98 Meter groß, kann vor
Begeisterung kaum stillsitzen, während er seinen Film „Ebb un Flood“ vorführt. Knapp 40 Minuten Zeitrafferauf-
nahmen, immer wieder durchbrochen von Sequenzen in Echtzeit, die den Gezeitenwandel an der Nordseeküste
dokumentieren. Es sind faszinierende, oft atemberaubende schöne Panoramabilder aus dem Wattenmeer…
(Auszug)

Punkte

 

  Cuxhavener Nachrichten, 31. Dezember 2012

Ein Film sagt mehr als 1000 Bilder

Fotograf Olaf Döring hat den Dokumentarfilm „Ebb un Flood“ gedreht / Zeitrafferfilm kommt Ende
Januar 2013 ins Bali-Kino

Von Jens Potschka
Büsum/Cuxhaven. „Ich habe in Büsum insgesamt 1555 007 Fotos aufgenommen…
Als Fotograf hat Olaf Döring künstlerisch gearbeitet. Er fotografierte klassische Musik aber eben auch immer wieder
das Wattenmeer. „Mit der Fotografie bin ich irgendwann an Grenzen gestoßen. Ich konnte Geschichten nicht zu Ende
erzählen. Da erinnerte ich mich an den Ausspruch ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Ich wandelte das Motto ab
und arbeitete fortan nach dem Prinzip ein Film sagt mehr als tausend Bilder“, erklärt der Fotograf dessen Zeitrafferfilm
„Ebb un Flood“ Ende Januar 2013 auch im Cuxhavener Bali-Kino gezeigt werden soll. Der Streifen ist nach Angaben
seines Machers „ein experimenteller Film dokumentarischen Charakters“. Durch Zeitrafferaufnahmen verdeutlicht er
die Funktionsweise des Wattenmeeres, unterbrochen von Szenen in Echtzeit. In dem zeitlichen Ablauf eines
Tages – von null bis vierundzwanzig Uhr – wird der immer wiederkehrende Rhythmus der Nordseeküste deutlich
gemacht. Durch die hohe Geschwindigkeit der Bilder werden die Veränderungender Gezeiten, der Meeresströmungen
und die Wandlung des Wetters an der Küste gut sichtbar. Diese Bilder auf einer großen Leinwand zu sehen ist ein
zusätzliches Erlebnis. (Auszug)

Punkte

 

Dithmarscher Landeszeitung, 10. Dezember 2012

Die Küste als Kunstraum

Der Düsseldorfer Olaf Döring zeigt in seinem Film besondere Perspektiven des Wattenmeeres

Von Britta Hamann
Büsum Wie kommt ein Mann aus Düsseldorf dazu, einen Film über das Wattenmeer zu drehen? „Weil mich die Macht
der Gezeiten über alle Maßen fasziniert“, sagt Olaf Döring. Er bezeichnet den Film „Ebb un Flood“ als sein Lebensprojekt.
Mehr als vier Jahre sind von der Idee, den ersten Motivsuchen bis zur Realisation vergangen. „Ebb un Flood“ ist kein
Spiel- oder Dokumentarfilm, sondern ein Kunstfilm, wie der Fotograf Döring sein Werk nennt.
Der 45-Jährige arbeitet
mit der Zeit, mit Geräuschen und ungewöhnlichen Perspektiven. „Ich mache viel mit Zeitraffer, es gibt kaum Musik, oft
nur die Töne der Natur“, sagt Döring. Die ungewöhnliche Perspektive entstand, weil der Filmemacher oft von Dach des
Büsumer Hochhauses gefilmt hat. „Man sieht den Menschen als winzige Ameise, was er im Vergleich zu den Natur-
gewalten Ebben und Flut ja auch ist“, findet Döring.
Gedreht hat der gelernte Fotograf immer in den Sommermonaten,
weil das Mittsommerlicht so schön ist“. Ins Bild setzte er nicht nur das Watt vor Büsum, sondern auch das von Nord-
friesland und der friesischen Küste in den Niederlanden. Drehorte waren aber auch ein Büsumer Fischkutter bei seiner
Fangfahrt und der Hafen des Nordseeheilbades. Und dann gibt es doch nicht nur Naturgeräusche wie Wind, Vögel und
Wellen, auch der Büsumer Nordseechor singt seine Shantys. Noch ein Schmankerl wird die Norddeutschen an dem
Kunstfilm erfreuen: Gesprochen wird auf Platt – mit hochdeutschen Untertiteln.
Zurzeit ist Olaf Döring auf Werbetour
für seinen 35-Minuten-Film, denn der soll nicht im Fernsehen, sondern in Kinos gezeigt werden. „Der Premierentermin
steht schon fest. Am 15. Januar wird Ebb un Flood zum ersten Mal im Husumer Kino öffentlich gezeigt“, so Döring. Man
kann den Film, 14,95 Euro kostet, aber auch schon jetzt in Buchhandlungen und in allen Geschäftsstellen von Boyens
Medien kaufen.
Dass Einzelkämpfer Döring für die Realisation seines „Lebensprojekts“ nicht sein letztes Hemd geben
musste, lag hautsächlich an der Schleswig-Holsteinischen Filmförderung. Als Döring dort vor zwei Jahren in Kiel
vorsprach, wurde er mit den Worten begrüßt: „Gibt´s schon. Kennen Sie ‚Die Nordsee von oben‘ nicht?“ Aber der
Filmemacher konnte die Förderer trotzdem überzeugen. Denn: „Mein Film ist keine Dokumention, sondern Kunst,
die auch die Menschen an der Küste einen ganz neuen Blick auf ihre wunderschöne Heimat werfen lässt.“

 Punkte

 

Husumer Nachrichten, 6. Dezember 2012

“Ebb un Flood” – die Gezeiten im Zeitraffer

Filmvorführung im Husumer Kino-Center: Der Düsseldorfer Fotograf Olaf Döring und sein etwas
anderer Blick auf ein ebenso alltägliches wie einzigartiges Phänomen

NORDFRIESLAND Olaf Döring wurde 1967 in Dresden geboren. 1989 flüchtete er über die Tschechoslowakei in die
Bundesrepublik, wo er sich neu orientierte, als Schlosser, Gleisbauer, Kellner oder Barkeeper arbeitete. Seit 1993 ist
er freier Fotograf. 2000 zog Döring dann nach Düsseldorf um, verlegte sich mehr und mehr auf die künstlerische
Fotografie. 2005 übernahm er die Betreuung des Langzeitprojekts „Wattenmeer im Wandel der Zeiten“, und seit 2008
befasst sich Döring vermehrt mit Film und Zeitraffer. Sein Streifen „Ebb un Flood“, der am Dienstag, 15. Januar,
ab 19.30 Uhr im Husumer Kino- Center auf der Neustadt gezeigt wird, verbindet Fotografie, Film und Zeitraffer zu
einer unterhaltsamen künstlerischen Betrachtung über die Gezeiten, Nordsee und die Kraft der Natur.

Herr Döring, was reizt Sie an der Nordsee?
Döring: Wenn man die mal gesehen hat und sich vorstellt, dass die Gezeiten tatsächlich einmal um den gesamten
Globus herumschwappen – dann packt es einen oder nicht. Mich hat es gepackt. Mit den Menschen ging es mir
nicht anders. Na ja, und wenn ein Bayer auf Rügen funktioniert, warum dann nicht auch ein Sachsean der Nordsee…
Unbewegte Bilder von der Nordsee haben Sie ja schon vorher gemacht – zum Beispiel das Wattenmeer
oder Fischkutter fotografiert. Warum jetzt bewegte?

Ich habe früher viel das Thema klassische Musik fotografiert oder – wie Sie schon sagten – das Wattenmeer. Trotzdem
blieb da immer dieses Gefühl, meine Geschichte nicht zu Ende erzählen zu können. Was fehlte, waren Bewegung und
Ton. So entstand die Idee zu „Ebb un Flood“, wobei da auch noch der Zeitraffer hinzukam. Damit begann allerdings
auch die eigentliche Arbeit. Wo kann man so etwas überhaupt machen, habe ich mich gefragt. Und welche Leute
spreche ich an? Ich wusste ja auch gar nicht, was dabei herauskommt. Gleich zu Anfang habe ich beim Fotografieren
oben auf dem Deich Fritz Reuter getroffen. So bin ich an meine beiden Hauptdarsteller gekommen, was dem Film
sicher gut getan hat.
Ein Zufall, dass „Ebb un Flood“ genau 30 Jahre nach dem wohl bekanntesten Zeitraffer-Film,
„Koyaa- nisqatsi“ von Godfrey Reg- gio, erscheint?

Ja, ich finde Reggios Film großartig, auch wenn die Musik von Philip Glass auf die Dauer ein bisschen anstrengend ist.
Aber angeschaut habe ich ihn erst, nachdem ich mit meinem Film fertig war. Ich wollte mich nicht beeinflussen lassen.
Vier Jahre haben Sie für „Ebb un Flood“ gebraucht. Warum so lange?
Weil man für so einen Film stabiles Wetter braucht, und das ist ja nun wirklich das letzte, worauf man hier bauen kann.
Und weil ich mehr oder minder alles allein machen musste. Ich bin Fotograf, kein Cutter und auch kein Toningenieur.
Was ich in der Drehzeit alles gelernt habe, geht auf keine Kuhhaut. Ich sag’ immer: Ich bin jetzt eine Ente: Ich kann
laufen, fliegen, schwimmen, aber nichts richtig. Und dann kamen ja auch noch Wind und Wetter hinzu: Veränder-
ungen in der Farbtemperatur zum Beispiel, die man beim Fotografieren gar nicht sieht, wohl aber beim Bearbeiten.
Da musst du dann jedes Bild einzeln anfassen. Was ich noch am schnellsten gefunden habe, war das Hochhaus in
Büsum, das ja auch zum Kernpunkt des ganzen Projekts geworden ist. Aber die Bilder von dort oben musste ich mehr
als einmal nachbearbeiten, weil das Haus – nicht das Stativ, das war bestens befestigt – nein, weil das Haus
gewackelt hat.
Die Nordsee ist ja zurzeit ziemlich en vogue. Erst wird sie „von oben“ aufgenommen – jetzt im
„(Ge)zeit(en)-Raffer“. Was macht Ihren Film anders als andere?

Er zeigt, wie die Nordsee funktioniert, die Strömungen, das Zusammenspiel, aber auch die Fischer, die mit der
Nordsee leben und arbeiten. Außerdem gibt es diese Bilder so nicht. Und viele der besagten Abläufe sind mit bloßem
Auge allein gar nicht zu fassen.
Wie lässt sich ein solches Kunstprojekt über so viele Jahre finanzieren?
Für Ton und Schnitt habe ich Unterstützung von der Filmwerkstatt Kiel bekommen. Ansonsten steckt da mein
gesamtes Erspartes drin. Ich wollte diesen Film unbedingt machen. Er ist mein Lebensprojekt. Aber dann kam
immer wieder was Neues hinzu. Und wann immer ich für den Film vor Ort war, konnte ich ja nicht gleichzeitig
noch an anderen Projekten arbeiten. Ans Abbrechen habe ich dennoch nie gedacht, höchstens daran, pleite zu
gehen. Und das dicke Ende (lacht) kann auch noch kommen. Aber das glaube ich nicht wirklich.
Interview: Rüdiger Otto von Brocken